ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude: Warum jedes KI-System anders über Sie spricht
Das Wichtigste in Kürze
- ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude und die KI-Übersichten von Google beantworten dieselbe Frage unterschiedlich. Sie suchen auf eigene Weise, ziehen eigene Quellen heran und zeigen diese Quellen unterschiedlich deutlich an.
- In unserer GeoUp-Messreihe nennt Perplexity die untersuchten Unternehmen in 17,0 Prozent der Antworten und ist bei sechs von neun sichtbaren Kundenwebsites das stärkste System. Bei Claude mit 4,4 Prozent liegt das größte Potenzial.
- Die Anbieter erneuern ihre Modelle in kurzen Abständen. Allein zwischen dem 22. September und dem 7. Oktober 2026 haben Anthropic, Google und OpenAI neue Modelle vorgestellt.
- Wer seine Sichtbarkeit je System misst, sieht, wo er schon stark ist, und setzt seine Arbeit dort an, wo am meisten zu holen ist.
Stand: Oktober 2026
Eine Geschäftsführerin möchte wissen, wie ihr Unternehmen in KI-Antworten dasteht. Sie fragt ChatGPT nach empfehlenswerten Anbietern ihrer Branche und findet sich in der Antwort wieder. Ihr Vertriebsleiter stellt dieselbe Frage bei Perplexity und bekommt eine etwas andere Liste, mit anderen Quellen darunter. Beide Antworten sind plausibel, sie stammen nur aus verschiedenen Systemen.
Das liegt an der Bauweise der Systeme, und es ist eine gute Nachricht. Sichtbarkeit in ChatGPT, Gemini und Perplexity entsteht auf unterschiedlichen Wegen, und jeder dieser Wege lässt sich gezielt nutzen.
Vier Gründe, warum KI-Systeme unterschiedlich antworten
Hinter jeder KI-Antwort stehen Entscheidungen, die jedes System anders trifft: ob es im Netz sucht, wo es sucht und wie deutlich es seine Quellen zeigt. Dazu kommt das Sprachmodell, das die Antwort formuliert und regelmäßig durch ein neueres ersetzt wird. Aus diesen vier Unterschieden ergibt sich, warum ein Unternehmen in einem System besonders oft genannt wird und in einem anderen noch Luft nach oben hat.
Unterschied 1: Wann die Systeme live im Netz suchen
Perplexity ist als Antwortmaschine (Answer Engine) gebaut. In unseren Messungen beginnt es jede Antwort mit einer Live-Websuche und baut sie aus den gefundenen Quellen auf. Dafür betreibt Perplexity einen eigenen Crawler, also ein Programm, das Websites automatisch abruft: PerplexityBot erfasst Websites, um sie in den Suchergebnissen von Perplexity anzuzeigen und zu verlinken.
Gemini und ChatGPT entscheiden je nach Frage, ob sich eine Suche lohnt. Google beschreibt in seiner Entwicklerdokumentation, dass Gemini selbst prüft, ob eine Google-Suche die Antwort verbessert, und dann eine oder mehrere Suchanfragen stellt. Auch die Modelle von OpenAI können mehrfach suchen und entscheiden, ob sie weitersuchen.
Google arbeitet in der eigenen Suche mit vielen Teilsuchen: Der KI-Modus teilt eine Frage in Unterthemen auf und recherchiert alle gleichzeitig. Wie das mit klassischer Suchmaschinenoptimierung zusammenhängt, lesen Sie in unserem Beitrag zum SEO-Fundament der KI-Sichtbarkeit.
Claude kann ebenfalls im Netz suchen. Laut Anthropic sucht Claude, wenn es der Antwort hilft. In unserer Messreihe hat Claude ohne Live-Websuche geantwortet, also aus dem Wissen, das das Modell im Training gelernt hat.
Für Sie bedeutet das: Systeme mit Live-Suche greifen Verbesserungen an Ihrer Website schnell auf. Das Trainingswissen eines Modells wächst über längere Zeit, mit jeder Erwähnung Ihres Unternehmens im Netz.
Unterschied 2: Woher die Systeme ihre Quellen holen
Jeder Anbieter durchsucht das Netz mit eigener Technik. Google stützt sich auf seinen Suchindex. OpenAI betreibt den Crawler OAI-SearchBot, der Websites in den Suchfunktionen von ChatGPT sichtbar macht. Anthropic erfasst Inhalte für die Suche in Claude mit Claude-SearchBot, Perplexity mit PerplexityBot.
Daraus folgt ein einfacher und wirkungsvoller Schritt: Lassen Sie die Such-Crawler aller Systeme auf Ihre Website. OpenAI und Perplexity empfehlen ausdrücklich, ihre Crawler in der robots.txt freizugeben, Perplexity rät zusätzlich, sie in einer vorgeschalteten Firewall zuzulassen. Ein kurzer Blick in die robots.txt und die Firewall-Einstellungen zeigt, ob alle Wege offen sind.
Neben Ihrer Website ziehen die Systeme viele weitere Quellen heran. In unserer Auswertung von 12.769 KI-Antworten verlinkten 56 Prozent der Antworten Quellen. Ganz vorn lagen YouTube, Branchenverzeichnisse, Reddit, Fachmedien, Presseportale und Wikipedia.
Unterschied 3: Wie deutlich die Quellen in der Antwort stehen
Auch bei der Anzeige der Quellen gehen die Systeme eigene Wege:
- Perplexity verlinkt die gefundenen Quellen sichtbar in der Antwort.
- Claude belegt Antworten mit Websuche durch Zitate und Links zu den Quellen.
- Gemini zeigt Quellen über eine Schaltfläche am Ende oder innerhalb der Antwort, wobei nicht jede Antwort Links enthält.
- OpenAI liefert bei der Websuche seiner Modelle standardmäßig Inline-Zitate mit Adresse und Titel der Quelle.
- Google ergänzt die Antworten im KI-Modus um Links zu weiteren Informationen.
Beide Formen der Sichtbarkeit haben ihren Wert. Wo die KI Ihre Website verlinkt, kommen Interessenten mit einem Klick zu Ihnen. Wo sie Ihr Unternehmen ohne Link nennt, steht Ihr Name mitten in der Empfehlung.
Unterschied 4: Neue Modelle im Herbst 2026
Die Modelle hinter den Systemen werden in kurzen Abständen erneuert. Allein in den vergangenen Wochen:
- 22. September 2026: Anthropic veröffentlicht Claude Opus 5.5, das erste Modell der neuen Claude-5.5-Familie.
- 30. September 2026: Google stellt Gemini 4 Argon vor. Es geht zunächst an ausgewählte Teams aus der IT-Sicherheit, danach an zahlende API-Kunden und Abonnenten von Google AI Ultra.
- 7. Oktober 2026: OpenAI bringt GPT-6 Sol und GPT-6 Luna zu allen Nutzern von ChatGPT, in kostenlosen und bezahlten Tarifen.
Ein neues Modell kann anders formulieren, anders gewichten und in anderen Situationen suchen. In unseren Messungen bewegen sich die Werte einzelner Unternehmen schon innerhalb einer Woche spürbar. Zugleich lässt sich Sichtbarkeit gezielt aufbauen: Ein regionaler Dienstleister steigerte seine Präsenz in den KI-Antworten innerhalb von zwei Monaten von 5,0 auf 14,2 Prozent und hielt dieses Niveau auch in den Folgemessungen.
Was unsere GeoUp-Messreihe je System zeigt
Mit unserem Tool GeoUp messen wir laufend, wie oft KI-Systeme Unternehmen nennen. Für unsere Auswertung vom September 2026 haben wir 16 Kundenwebsites verglichen, je Website den Mittelwert der letzten drei Messläufe, je System rund 1.200 Antworten (Stand 25. September 2026). Jeder Messlauf stellt 30 Fragen an fünf KI-Systeme. So oft nannten die Systeme die untersuchten Unternehmen:
- Perplexity: 17,0 Prozent der Antworten
- ChatGPT: 11,3 Prozent
- Gemini: 9,6 Prozent
- KI-Übersichten von Google: 7,2 Prozent
- Claude: 4,4 Prozent
Perplexity ist damit für viele unserer Kunden das stärkste System. Bei sechs von neun sichtbaren Kundenwebsites trägt es die meisten Nennungen. Ein Hersteller von Küchengeräten erscheint dort in 47,8 Prozent der Antworten, ein Kfz-Dienstleister in 46,7 Prozent. Bei zwei Websites ist ChatGPT das stärkste System, einmal gleichauf mit Perplexity, bei einer bekannten Marke Claude.
Bei Claude liegt das größte Potenzial. Weil Claude in unserer Messreihe aus dem Trainingswissen antwortet, wächst die Sichtbarkeit dort über Erwähnungen außerhalb der eigenen Website: in Presse, Verzeichnissen, Fachmedien und Wikipedia. Genau diese Quellen zitieren auch die Systeme mit Live-Suche häufig, die Arbeit daran zahlt sich also mehrfach aus.
Schon in unserer Juli-Auswertung lag zwischen dem sichtbarsten und dem zurückhaltendsten System der Faktor 4,5. Erst die Aufschlüsselung je System zeigt deshalb, wo Ihre Sichtbarkeit entsteht. GeoUp weist die Ergebnisse für jedes System getrennt aus. Mit dem Market Battle Mode sehen Sie Ihre Sichtbarkeit zusätzlich im direkten Vergleich mit Ihren Wettbewerbern über alle fünf Systeme, einschließlich der Quellen, die die KI bei ihnen zitiert.
So setzen Sie je System die richtigen Schwerpunkte
- Je System messen. Ausgangspunkt ist eine Messung, die alle Systeme getrennt ausweist. GeoUp stellt dafür 30 typische Kundenfragen aus Ihrer Branche an ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity und die KI-Übersichten von Google und erfasst, ob Ihr Unternehmen genannt wird, an welcher Stelle und welche Quellen die KI zitiert. Die Messung läuft regelmäßig, bis zu wöchentlich, und eigene Fragen lassen sich ergänzen.
- Stärken ausbauen. In Systemen mit Live-Suche wirken Inhalte auf Ihrer Website schnell. Zitierfähige Seiten zu den Fragen, die Ihre Kunden tatsächlich stellen, haben dort die größte Wirkung.
- Potenzial erschließen. Für das Trainingswissen der Modelle zählen Erwähnungen in Presse, Fachmedien und Verzeichnissen. Echte Anlässe wie ein neues Projekt oder eine Auszeichnung eignen sich dafür besonders.
- Alle Wege öffnen. Geben Sie die Such-Crawler von Google, OpenAI, Anthropic und Perplexity frei und hinterlegen Sie vollständiges, korrektes Schema-Markup, damit jedes System Ihre Angaben eindeutig Ihrem Unternehmen zuordnen kann.
- Nach Modellwechseln nachmessen. Führt ein Anbieter ein neues Modell ein, zeigt die nächste Messung, wie sich Ihre Werte in diesem System entwickeln.
Diese Arbeit lässt sich gut aufteilen: GeoUp misst, unser Team setzt um. In unserer Betreuung für KI-Sichtbarkeit schreiben wir regelmäßig neue Artikel zu genau den Fragen, die Ihre Kunden der KI stellen, stärken Ihre Präsenz auf der Website und dort, wo KI-Systeme nachlesen, und zeigen Ihnen jeden Monat, was sichtbarer wurde. Unser SEO- und GEO-Expertenteam können Sie jederzeit zusätzlich zu GeoUp buchen. Schreiben Sie uns einfach an unsere E-Mail-Adresse.
Häufige Fragen
Welches KI-System ist für mein Unternehmen am wichtigsten?
Das hängt von Ihrer Branche und Ihrer Bekanntheit ab, deshalb lohnt sich die Messung je System. In unserer Messreihe ist Perplexity bei sechs von neun sichtbaren Kundenwebsites das stärkste System. Bei einer bekannten Marke lag Claude vorn.
Warum nennt mich Perplexity häufiger als Claude?
Perplexity sucht in unseren Messungen bei jeder Antwort live im Netz und greift so direkt auf Ihre Website zu. Claude hat in unserer Messreihe aus dem Trainingswissen geantwortet, das über Erwähnungen in Presse, Fachmedien und Verzeichnissen wächst. Dort liegt für viele Unternehmen das größte Potenzial.
Verändern neue Modelle wie GPT-6 oder Gemini 4 meine Sichtbarkeit?
Ein neues Modell kann anders suchen und Quellen anders gewichten, deshalb lohnt sich nach einem Modellwechsel der Blick auf die Werte. Wer seine Website und seine Quellen pflegt, schafft eine Grundlage, auf die auch jedes neue Modell zurückgreifen kann.
Reicht es, nur ChatGPT zu beobachten?
ChatGPT ist ein wichtiger Kanal und zeigt einen Ausschnitt. In unserer Messreihe nannte Perplexity die untersuchten Unternehmen in 17,0 Prozent der Antworten, ChatGPT in 11,3 Prozent. Wer alle fünf Systeme misst, erkennt, welches System die eigene Sichtbarkeit am stärksten trägt.
Fazit
ChatGPT, Gemini, Perplexity, Claude und die KI-Übersichten von Google suchen, gewichten und zitieren auf eigene Weise, und ihre Modelle wechseln in kurzen Abständen. Für Unternehmen ist das eine Chance, denn jedes System öffnet einen eigenen Weg in die Antwort. Systeme mit Live-Suche greifen eine gute Website schnell auf, das Trainingswissen wächst mit jeder Erwähnung im Netz. Wer je System misst, sieht, wo er schon stark ist, und weiß, wo sich der nächste Schritt am meisten lohnt.
Wie sichtbar ist Ihr Unternehmen in jedem einzelnen KI-System?
Mit dem kostenlosen GeoUp-Schnellcheck sehen Sie in wenigen Augenblicken anhand von Beispielfragen, ob ChatGPT, Perplexity, Claude, Gemini und die KI-Übersichten von Google Ihr Unternehmen nennen. GeoUp ist ein Produkt von njudev.
Sie möchten die Umsetzung lieber abgeben? Dann übernimmt das unser Team: KI-Sichtbarkeit bei njudev. Unser SEO- und GEO-Expertenteam können Sie jederzeit zusätzlich zu GeoUp buchen. Schreiben Sie uns einfach an unsere E-Mail-Adresse.
Quellen
- GeoUp: „Perplexity trägt die KI-Sichtbarkeit: Warum ein System den Unterschied macht", 17.09.2026, Stand der Messreihe 25.09.2026. https://geoup.io/news/perplexity-traegt-die-ki-sichtbarkeit
- GeoUp: „12.769 KI-Antworten ausgewertet", 24.07.2026. https://geoup.io/news/ki-sichtbarkeits-auswertung-12769-antworten
- Perplexity: „Perplexity Crawlers", Perplexity-Dokumentation. https://docs.perplexity.ai/guides/bots
- Google AI for Developers: „Grounding with Google Search", Gemini-API-Dokumentation. https://ai.google.dev/gemini-api/docs/google-search
- OpenAI: „Web search", OpenAI-API-Dokumentation. https://developers.openai.com/api/docs/guides/tools-web-search
- Google: „Mit dem KI-Modus in der Google Suche KI-basierte Antworten erhalten", Google Suche-Hilfe. https://support.google.com/websearch/answer/16011537?hl=de
- Anthropic: „Enable and use web search", Claude Help Center. https://support.claude.com/en/articles/10684626-enable-and-use-web-search
- OpenAI: „Overview of OpenAI Crawlers", OpenAI-API-Dokumentation. https://developers.openai.com/api/docs/bots
- Anthropic: „Does Anthropic crawl data from the web, and how can site owners block the crawler?", Claude Help Center, Stand 07.04.2026. https://support.claude.com/en/articles/8896518-does-anthropic-crawl-data-from-the-web-and-how-can-site-owners-block-the-crawler
- Google: „Zugehörige Quellen aus Gemini-Apps ansehen", Gemini-Apps-Hilfe. https://support.google.com/gemini/answer/14143489?hl=de
- Anthropic: „Introducing Claude Opus 5.5", 22.09.2026. https://www.anthropic.com/claude-opus-5-5
- Google: „Gemini 4 Argon: our next era of frontier intelligence", Google-Blog, 30.09.2026. https://blog.google/innovation-and-ai/models-and-research/gemini-models/gemini-4-argon/
- OpenAI: „GPT-6 Sol and GPT-6 Luna: October 2026 update", OpenAI Deployment Safety Hub, 07.10.2026. https://deploymentsafety.openai.com/gpt-6-october
- GeoUp: „Market Battle Mode". https://geoup.io/market-battle